Ihr Weg zur fehlerfreien Produktion

Warum eine Machbarkeitsstudie so wichtig ist

Wer schon einmal ein Bildverarbeitungsprojekt mitgemacht hat, das mittendrin ins Stocken geraten ist, kennt das Gefühl: Man hat Zeit investiert, Budget freigegeben und dann stellt sich heraus, dass die gewählte Technik für die Aufgabe schlicht nicht geeignet ist. Genau das passiert, wenn vor der Implementierung keine sorgfältige Voranalyse stattfindet.

Eine Machbarkeitsstudie beantwortet die entscheidende Frage schon am Anfang: Ist das, was wir uns vorstellen, technisch umsetzbar und lohnt es sich wirtschaftlich? Bei Peak Vision ist sie deshalb der erste Schritt in jedem Projekt. Nicht aus Routine, sondern weil wir aus Erfahrung wissen, wie viel Aufwand sie später spart.


Was eine Machbarkeitsstudie konkret bedeutet

Im Kern geht es darum, systematisch zu prüfen, ob Kamera, Beleuchtung, Optik und Software gemeinsam in der Lage sind, eine Inspektionsaufgabe zuverlässig und reproduzierbar zu lösen. Das klingt einfach – ist es aber oft nicht. Denn Produktionsumgebungen sind selten ideal: Oberflächen reflektieren, Teile variieren, Taktzeiten lassen wenig Spielraum.

Unser Labor als Testfeld

Im hauseigenen Labor von Peak Vision simulieren wir die Bedingungen aus der echten Produktion – so nah wie möglich an der Realität unserer Kunden. Wir testen verschiedene Kamera- und Beleuchtungskonfigurationen, spielen Algorithmen durch und schauen, wo die Grenzen liegen. Hunderte von Proben aus den unterschiedlichsten Branchen haben wir auf diese Weise schon analysiert. Dieses Wissen fließt direkt in die Projektplanung ein.


Wie der Prozess bei uns abläuft

Eine Machbarkeitsstudie bei Peak Vision folgt einem klaren Ablauf – transparent für den Kunden, mit definierten Ergebnissen in jeder Phase:

PhaseWas passiertZiel
1. AnforderungsanalyseWir besprechen die Inspektionsaufgabe im Detail: Was soll geprüft werden, unter welchen Bedingungen, mit welcher Taktzeit?Klares, gemeinsames Verständnis der Aufgabe
2. ProbenanalyseDer Kunde stellt repräsentative Gut- und Schlechtteile zur VerfügungRealistische Testbasis statt theoretischer Annahmen
3. Testaufbau & DurchführungWir konfigurieren Kameras, Optik und Beleuchtung und führen systematische Testreihen durchBilddaten unter verschiedenen Bedingungen
4. AlgorithmenentwicklungMerkmalserkennung und Fehlerdetektion werden entwickelt und iterativ optimiertRobuste, reproduzierbare Inspektionslogik
5. ErgebnisbewertungErkennungsraten und Fehlerquoten werden ausgewertetBelastbare Aussage zur technischen Machbarkeit
6. Dokumentation & EmpfehlungDetaillierter Bericht mit technischer Empfehlung und KostenschätzungFundierte Entscheidungsgrundlage für den Kunden

Sie planen ein Inspektionsprojekt? Erfahren Sie auf unserer Seite, wie eine Machbarkeitsstudie bei Peak Vision konkret aussieht – von der ersten Probenanalyse bis zur technischen Empfehlung.

Typische Herausforderungen – und wie wir sie lösen

Keine zwei Inspektionsaufgaben sind gleich. Ein paar Beispiele aus der Praxis:

Geringe Kontraste treten häufig bei transparenten oder stark spiegelnden Oberflächen auf. Hier helfen spezielle Beleuchtungstechniken: Dunkelfeldbeleuchtung macht Kratzer oder Einschlüsse sichtbar, die unter normalem Licht kaum zu erkennen sind. Polarisiertes Licht unterdrückt störende Reflexionen.

Unebene Oberflächen stellen Flächenkameras vor Probleme, weil Defekte schwer von harmlosen Texturen zu unterscheiden sind. In solchen Fällen setzen wir auf 3D-Bildverarbeitung oder Multispektralanalysen, die zusätzliche Tiefen- oder Spektralinformationen liefern.

Hohe Geschwindigkeiten lassen sich nur mit abgestimmter Hardware bewältigen: Kameras mit entsprechend hoher Bildrate, kurze Belichtungszeiten gegen Bewegungsunschärfe und Prozessoren, die die Bilddaten in Echtzeit verarbeiten können.

Ein konkretes Beispiel aus der Automobilindustrie: Ein Kunde benötigte eine Hundert-Prozent-Inspektion lackierter Karosserieteile – auf kleinste Lackfehler, bei hoher Taktzeit. Die stark spiegelnde Oberfläche machte die Aufgabe besonders anspruchsvoll. Die Lösung: eine ringförmige Dunkelfeldbeleuchtung kombiniert mit einem speziell trainierten Deep-Learning-Algorithmus. Ergebnis: über 99,8 % Erkennungsrate bei einer Zykluszeit von unter zwei Sekunden pro Teil.


Was Sie von einer Machbarkeitsstudie haben

Der offensichtliche Nutzen ist Sicherheit – zu wissen, ob ein System funktioniert, bevor man investiert. Aber es geht um mehr:

  • Weniger Risiko: Fehlentscheidungen werden erkannt, bevor sie teuer werden.
  • Bessere Kostenkontrolle: Statt grober Schätzungen gibt es belastbare Zahlen als Projektgrundlage.
  • Schnellerer Start: Wer weiß, was funktioniert, kann direkt loslegen – ohne spätere Korrekturschleifen.
  • Optimale Systemauslegung: Oft zeigt die Studie Konfigurationen, auf die man ohne Tests nicht gekommen wäre.
  • Solide Gesprächsbasis: Transparente Beratung schafft Vertrauen – auch für die weitere Zusammenarbeit.

Fazit

Eine Machbarkeitsstudie ist kein bürokratischer Pflichtschritt. Sie ist der Moment, in dem ein Projekt auf ein stabiles Fundament gestellt wird. Bei Peak Vision ist das unser Anspruch: nicht einfach eine Lösung verkaufen, sondern sicherstellen, dass sie auch wirklich funktioniert.

Wenn Sie ein Inspektionsprojekt planen und wissen möchten, ob Ihre Anforderungen umsetzbar sind – sprechen Sie uns an. Das erste Gespräch ist unverbindlich. Oder informieren Sie sich direkt über den Ablauf einer Machbarkeitsstudie bei Peak Vision.


Referenzen

[1] „Beleuchtungstechniken in der industriellen Bildverarbeitung“, Vision Systems Design.

[2] „3D-Bildverarbeitung für die Qualitätskontrolle“, Fraunhofer-Institut IOSB.

[3] „High-Speed Imaging in der industriellen Automation“, EMVA Business Conference.


Über den Autor

Avatar von Markus Armgart

Geschäftsführer